Technische Unterstützung, die im Arbeitsalltag ankommtEinsatz der CARBONHAND

Wie können technische Hilfsmittel dazu beitragen, dass Menschen auch bei gesundheitlichen Einschränkungen sicher, selbstständig und möglichst lange in ihrem Beruf tätig sein können?

Ein schönes Beispiel dafür ist die CARBONHAND, die derzeit bei einem Mitarbeiter der Firma Cziglar im Arbeitsalltag erprobt wird.

Als Installateur ist Kevin L. bei seiner täglichen Arbeit auf Kraft, Stabilität und einen sicheren Griff angewiesen – insbesondere beim Umgang mit schwereren Geräten und Arbeitsmaterialien. Genau hier setzt die CARBONHAND an.

Die mikroprozessorgesteuerte, bionische Hand unterstützt die vorhandene Greifkraft: Sensoren in den Fingerspitzen reagieren auf Druckveränderungen und aktivieren künstliche Sehnen, die die Greifbewegung in Echtzeit unterstützen.

🔧 Anpassung und Erprobung direkt am Arbeitsplatz

Die Anpassung der CARBONHAND erfolgte durch die Hilfsmittelfirma Platus, durch Max Racher. Für einen Monat steht die Hand nun zur Verfügung, damit Kevin sie direkt in seinem beruflichen Alltag ausprobieren kann.

Denn entscheidend ist nicht nur, was ein technisches Hilfsmittel kann, sondern vor allem:

👉 Funktioniert es für diesen Menschen, bei dieser Tätigkeit und unter den konkreten Bedingungen am Arbeitsplatz?

Genau deshalb ist die Erprobung im realen Arbeitsumfeld so wertvoll. Nicht jedes Hilfsmittel passt zu jeder Person oder zu jeder Tätigkeit. Erst das praktische Ausprobieren zeigt, ob dadurch mehr Sicherheit, Stabilität und Arbeitserleichterung erreicht werden können.

🤝 Besonders hervorzuheben ist das Engagement der Firma Cziglar, die sich sehr darum bemüht, Kevin bestmöglich zu unterstützen und seine weitere Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen.

Als Betriebskontakterin des NEBA Betriebsservice freut es mich besonders, solche Prozesse begleiten zu dürfen. Das NEBA Betriebsservice ist ein kostenloses Beratungsangebot des Sozialministeriumservice für Unternehmen und unterstützt bei Fragen rund um die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung, Arbeitsplatzanpassungen und geeignete Hilfsmittel sowie über mögliche Förderungen. Gemeinsam mit Unternehmen, Mitarbeiter:innen und Fachstellen können so individuelle und praktikable Lösungen entwickelt werden, die den Arbeitsalltag erleichtern und Arbeitsplätze sichern können.

Bei der Anschaffung bzw. Erprobung von Hilfsmitteln können – je nach Voraussetzungen und Einzelfall – auch Fördermöglichkeiten des Sozialministeriumservice in Betracht kommen. Das Betriebsservice informiert über mögliche Unterstützungen und begleitet Unternehmen bei der Suche nach passenden Lösungen.

Inklusion bedeutet manchmal auch, die richtige technische Unterstützung zu finden. Und manchmal beginnt sie ganz einfach mit der Bereitschaft, etwas auszuprobieren. 💙

(Text vom Sozialministerium freigegeben)!