„Man muss probieren, nachfragen, und sich einfach vorstellen gehen“:
Christian Steinbrückner erzählt von seiner Tätigkeit im JUFA Bad Radkersburg
Anlässlich des 5. Mai, dem „Protesttag der Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen“ möchten wir
zeigen, wie wichtig ein inklusiver Arbeitsmarkt ist und welche Chancen er eröffnen kann.
Ein Beispiel dafür ist Christian Steinbückner.
Er ist 49 Jahre alt, wohnt in Bad Radkersburg und wird über die Leistungen TaB, Wohnassistenz und
Freizeitassistenz der LNW Lebenshilfe NetzWerk GmbH begleitet.
Christian arbeitet seit rund zwei Jahren im JUFA Bad Radkersburg.
Dort übernimmt er vor allem Außenarbeiten und unterstützt auch im Bereich Haustechnik.
Zu seinen Aufgaben gehören unter anderem das Rasenmähen, Arbeiten in den Grünanlagen und kleinere Tätigkeiten rund ums Gebäude.
Insgesamt arbeitet er 32 Stunden pro Woche, aufgeteilt auf vier Tage.
Wenn es draußen wärmer wird, beginnt sein Arbeitstag schon früh – von 6 bis 13 Uhr.
So lassen sich die Arbeiten im Freien besser erledigen.
urch seinen TaB-Bescheid in der Inklusiven Tischlerei Intarsia ist es ihm möglich, diese Anstellung als bezahltes Langzeitpraktikum wahrzunehmen.
Dank der kurzen Distanz zu seinem Wohnort kann er täglich mit seinem Elektrofahrrad in die Arbeit fahren.
Vor seiner Tätigkeit im JUFA war er 7 Jahre bei Blumen Bender beschäftigt.
Dort hat er viel gelernt und ist dankbar über das viele Wissen, das er sich dort angeeignet hat.
Dass er heute im Außenbereich arbeitet, passt gut zu ihm. Genau das gefällt ihm an seiner Arbeit am meisten. Auch bei Aufbau-Arbeiten unterstützt er gerne.
Stolz präsentiert er die Hütte, die in einem halben Tag mit seinem Kollegen gemeinsam im Außenbereich des JUFA errichtet wurde.
Auch das Betriebsklima erlebt Christian als sehr positiv.
Er fühlt sich an seinem Arbeitsplatz wohl und schätzt besonders, dass es durch seinen Kollegen Bosko eine verlässliche Ansprechperson gibt.
Der Einstieg in die neue Arbeit ist ihm gut gelungen.
Er erzählt, dass er sich schnell eingefunden hat und sehr gut eingeschult wurde.
Schon beim Vorstellungsgespräch war für ihn klar, dass er sich auf die Arbeit freut.
Für Christian bedeutet Arbeit vor allem, eine sinnvolle Aufgabe zu haben und ein angemessenes Gehalt zu bekommen.
Nur drinnen zu arbeiten, wäre auf Dauer nichts für ihn.
Er möchte aktiv sein, mitarbeiten und seinen Beitrag leisten.
Das JUFA Bad Radkersburg ist für Christian ein Vorzeigebetrieb, wo auch Mitarbeiter*innen sehr geschätzt werden.
Auf die Frage, was es braucht, damit mehr Menschen mit Behinderung am 1. Arbeitsmarkt arbeiten können, hat Christian eine klare Antwort: Man müsse mehr probieren, mehr nachfragen und sich einfach vorstellen gehen. Gerade dieser Mut, Chancen wahrzunehmen und in Kontakt mit Betrieben zu kommen, sei sehr wichtig.
Christians Weg zeigt, dass Inklusion am Arbeitsmarkt gelingen kann, wenn Betriebe offen sind, Menschen eine Chance geben und gute und einfühlsame Einschulung vorhanden ist.
Arbeit am 1. Arbeitsmarkt bedeutet nicht nur Beschäftigung, sondern auch Teilhabe, Selbstständigkeit und Anerkennung.
Genau darum geht es am 5. Mai: um gleiche Chancen und darum, dass Menschen mit Behinderung selbstverständlich mitten in der Arbeitswelt dabei sind.


