Einleitung

„Mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen in Krisenzeiten“Zum „Tag der Inklusion“ (5. Mai)

„Mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen in Krisenzeiten“ Zum „Tag der Inklusion“ (5. Mai)

In der Corona-Krise wird besonders eines deutlich: die Unsichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen. Anlässlich des „Tages der Inklusion“ (5. Mai)  zeigten die Lebenshilfe Österreich, der Österreichische Behindertenrat und die Behindertenanwaltschaft die Probleme im Alltag auf. Zudem wurden Forderungen an die Politik gestellt, denen sich auch die Lebenshilfe Vorarlberg anschließt.

 

Die vergangenen Wochen waren eine herausfordernde Zeit für Menschen mit Behinderungen, deren Angehörige und für alle Behindertenorganisationen. Auch in Vorarlberg wurden entsprechende Maßnahmen zum Schutz getroffen. „Wir haben eine besondere Verantwortung gegenüber den Menschen, die wir begleiten, da viele aufgrund von Vorerkrankungen zur besonders schützenswerten Risikogruppe gehören. Gleichzeitig tragen wir auch Verantwortung für die Gesundheit unserer Mitarbeitenden. Unser Weg hat sich bis jetzt bewährt, und es ist noch zu keiner Ansteckung durch das Coronavirus an unseren Standorten gekommen. Ein herzliches Danke an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für ihre großartige Arbeit in dieser Zeit“, erklärt Michaela Wagner-Braito, Geschäftsführerin der Lebenshilfe Vorarlberg.

 

Trotz der Krisen-Situation versuchen die Mitarbeitenden in den Wohnhäusern der Lebenshilfe Vorarlberg, die Tagesstruktur sinnerfüllend und abwechslungsreich zu gestalten. Aufgrund der Distanzregeln ist die Begleitung aber nicht immer einfach. Zudem kann dem eigentlichen Auftrag, Menschen mit Behinderungen die Teilhabe in unserer Gesellschaft (Inklusion) zu ermöglichen, aus verständlichen Gründen derzeit nicht nachgekommen werden. „Leider verschärft die Krise in ganz Österreich wieder die Ungleichheit für uns Menschen mit Behinderungen. Unsere Selbstbestimmung ist in den Hintergrund gerückt. Auf politischer Ebene wird auf uns vergessen, oder wir werden mit Seniorinnen und Senioren gleichgesetzt. Auch in keinem Krisenstab sind wir vertreten. Doch wir wollen als Expertinnen und Experten in eigener Sache gehört und ernst genommen werden“, fordert Klaus Brunner, Selbstvertreter der Lebenshilfe Vorarlberg.

 

Forderungen an die Politik

Auch in der Corona-Krise darf nicht auf Menschen mit Behinderungen vergessen werden. Gerade im Hinblick auf den „Tag der Inklusion“ am 5. Mai ist das gemeinsame Anliegen aller Lebenshilfen in Österreich:

 

  • Mehr Sichtbarkeit von Menschen mit Behinderungen in Krisenzeiten
  • Angemessene, konkrete und bundeseinheitliche Richtlinien in und nach der Krise (z.B. Testungen, Schutzausrüstungen, Begleitung bei Akutfällen in Krankenhäusern)
  • Beteiligung von Menschen mit Behinderungen in Krisenstäben, als Expertinnen und Experten in eigener Sache
  • Organisatorische und finanzielle Sicherheit – sowohl für Menschen mit Behinderungen als auch Behindertenorganisationen
  • Anerkennung der Unterstützung durch Angehörige und Verlängerung des Sonderurlaubes

Denn ohne ihren Einsatz wäre diese Krise nicht zu bewältigen.

 

Menschen mit Behinderungen wollen auch in diesen Zeiten wahrgenommen und vor allem gehört werden. Sie wollen ihre bisher mühsam erlangte Selbstbestimmung wieder aktiv leben. „Wenn wir an die nächsten Wochen und Monate denken, ist besonders wichtig: Wie können wir gemeinsam wieder zurück auf den Weg der Inklusion gelangen? Wie ermöglichen wir selbstverständliche Teilhabe mitten in unserer Gesellschaft? Das darf nicht nur die Aufgabe der Lebenshilfen sein, es muss die Aufgabe der Politik und von uns allen sein“, erklärt Michaela Wagner-Braito abschließend.

 

 

Die gesamten Medien-Unterlagen zur Pressekonferenz finden Sie hier:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200504_OTS0060/pressekonferenz-mehr-sichtbarkeit-von-menschen-mit-behinderungen-in-krisenzeiten